Album "animals"

 

 

animals

 

Wie schon bei den letzten Alben fällt auch hier auf, dass als Urheber der ganzen Problematik der Kommerz an sich, die aktuell gelebte Form des Kapitalismus und die Auswüchse menschlicher Wesenszüge angeklagt wird.
Die symbolische Gleichsetzung und Kategorisierung verschiedener Menschentypen mit Tierarten und den "menschlichen" Eigenschaften dieser Spezies ist eine sinngemäße Fortsetzung der behandelten Themen bei "the dark side of the moon" und "wish you were here". Während die dsotm sich mit psychischen Problemen, Drogenthemen oder der Angst vom Verrücktwerden (alles mehr oder weniger auf ein Individuum bezogene Themen) beschäftigt und sich wywh mehr der eigenen Vergangenheit (die von Pink Floyd als Band) widmet, werden bei animals nun neue Personengruppen gebildet. Die Zugehörigkeit der Mitglieder basiert auf deren Verhalten und Moral, so tituliert Pink Floyd jene als "Schweine", die sich zu viel um die moralischen Werte anderer kümmern (z.B. wird die religiöse Eiferin Mary Whithouse direkt genannt und kommt nicht gerade gut weg...). Die Kategorie "Schafe" beinhaltet Menschen ohne Selbstbewusstsein, Mitläufer und Duckmäuser, die still und obrigkeitsergeben ihr jämmerliches Dasein fristen und sich alles gefallen lassen. Mitglieder der dritten Gruppe "Hunde" sind aggressiv und selbstsüchtig - karrieregeile Arschkriecher die alles und jeden für ersetzbar halten und außerdem glauben, ohne Freunde bzw. Freundschaft auskommen zu können.

Am 3. Dezember 1976 wurden einige Pressefotografen zur Battersea-Power-Station (Bild1), (Bild2) in London eingeladen um den Flug des heliumgefüllten Schweins zu beobachten (entworfen wurde das Teil übrigens von E.R.G. Amsterdam, hergestellt dann in Deutschland). Während des Starts rissen die Sicherungsseile und die aufblasbare Sau flog weg. Das Tower-Personal des nahe gelegenen Flughafens Heathrow staunte nicht schlecht, als dann von anfliegenden Piloten Funkmeldungen eingingen, in denen sie von einem riesigen rosa Flugschwein berichteten. Polizeihubschrauber stellten die Sau schließlich über London und begleiteten sie bis zu ihrem Landeplatz etwa 30 Meilen südlich von Kent - wahrscheinlich ging ihr dort die Luft bzw. das Helium aus. Der folgende Presserummel war enorm und man beschloss, dass sich die Flugsau ganz gut als Coverbild eigen würde.
Übrigens war es nicht Thorgersen sondern Roger Waters, der die Idee mit Battersea Kraftwerk und dem fliegenden Schwein hatte. Die Idee von Thorgerson war grundlegend anders: Ein Kind beobachtet durch den Tür-Spalt ein Paar (Eltern?) beim Sex.

Erscheinungstermin von "animals" war der 23. Januar 1977 und seit dem Beginn der Tour 1977 kann man als G
ast bei Pink Floyd-Konzerten immer wieder Schweine beobachten, die entweder über dem Publikum hinweg (bei Bedarf auch mal durch "the wall") fliegen.

Als Roger Waters die Band verließ, einigte man sich darauf, dass Pink Floyd für jedes Mal, wenn das Schwein (eine Sau - also weiblich!) für eine Live-Show benutzt wurde, 800$ Lizenzgebühren an Roger Waters gezahlt werden mussten. Um dieser Zahlung aus dem Weg zu gehen, mutierte die Sau zum Eber und das Management behauptete, dass es sich nun um ein anderes Tier handelte. 1989 wurde dann aber entschieden, dass Pink Floyd 35.295$ für die Benutzung der "Schweinesau" an Roger Waters zu zahlen hatte.

 

"animals"-cover

pigs on the wing part 1

dogs

pigs (three different ones)

sheep

pigs on the wing part 2