Album "the dark side of the moon"

 

 

the dark side of the moon

 

... hieß mit Arbeitstitel eigentlich "eclipse" und Teile daraus wurden bereits bei den 72´er Shows mit eingestreut und brachten enormen Erfolg.

In nur zwei Wochen (Termindruck durch eine anstehende Tournee) wurden alle Tracks mit einer Ausnahme in einem Studio in Broadhurst Garden/West Hampstead konzeptioniert. Ein Treffen in Nick Mason´s Küche vervollständigte dann das erste Pink Floyd Konzeptalbum: nicht nur, dass dort der letzte Song "money" das Werk komplettierte, auch der Titel "the dark side of the moon" wurde gewählt und nicht zuletzt auch die Thematik des Albums festgelegt. DSOTM ist übrigens auch das erste Album von Pink Floyd bei dem die Texte auf dem Cover mitgeliefert wurden.

Produziert wurde das Album von Chris Thomas und der zuständige Toningenieur in den Abbey Road Studios war wieder einmal Alan Parsons (für 35 Pfund die Woche). Nachdem er für die Arbeit beim Mischen des Albums sogar den Emmy einheimste und die darauffolgende Tour an der Mischmaschine verbrachte, beschloss Parsons doch gleich selbst eine Band ("a project") zu gründen. Viel hatte er beim Arbeiten mit Pink Floyd gelernt und zu Gilmours Ärger verwendete Parsons dann auch viel von diesem Wissen für seine eigenen Projekte.
Untypischerweise wurde dieses mal die musikalische Dominanz der Leadgitarre und des Keyboards auch durch andere Instrumente oder Vocalparts unterbrochen - die Gospelsängerin Clare Torry bewies in Richard Wrights "the great gig in the sky" wohl einmal mehr ihre Klasse und als Saxophonisten holte man sich einen Jugendfreund aus Cambridge - den relativ unbekannten Dick Parry (der dann aber die nächsten zwei Jahre mit auf Tour ging und auch bei der 94er Tournee mit dabei war). Als Background-Sängerinnen wurden Liza Strike, Barry St. John, Leslie Duncan und die Gospelsängerin Doris Troy verpflichtet. Für die Tour kamen die Blackberries (Carlena Williams und Vanetta Fields) dazu.

Das Album beschäftigt sich mit der allgemeinen Belastung, die das nach Dingen, Ruhm und Reichtum strebende Leben so mit sich bringt.  Nicht Versagen zu dürfen, immer Erster sein zu müssen und der daraus resultierende Stress wird von Waters mit den Worten "Dinge, die Menschen verrückt machen" umschrieben und auffällig ist wohl der "gnadenlose" Takt, der sich quer durchs Album zieht. Ob nun das schlagende Herz, die tickende Uhr, die stampfenden LKW-Geräusche oder das hin und her scheffeln von Geld,  alles unterliegt dem unbeirrbaren Rhythmus unserer Gesellschaftsform (und das ohne Rücksicht auf Verluste).

Noch etwas Besonderes sind die Stimmaufnahmen, die immer wieder auf dem Album zu hören sind. Zufällig Anwesenden im Studio (wie z.B. "Roger the hat", der Roadmanager einer anderen Band, von dem das irre Gelächter stammt) wurde ein Mikrofon vorgesetzt und sie wurden zu ihren Ansichten über das Leben, den Tod oder die Gewalt befragt. Die bekannteste Sequenz ist wahrscheinlich die des Studio-Pförtners Driscoll, der auch die letzten Worte auf dem Album spricht: "Eigentlich gibt es keine dunkle Seite des Mondes - in Wirklichkeit ist es überall dunkel."

Wieder zeichnen Hipgnosis für die Gestaltung des Covers verantwortlich (gezeichnet wurde es von George Hardie) und laut Thorgerson benötigten die Bandmitglieder ganze 3 Sekunden um sich aus den sieben Vorschlägen einstimmig auf "that one!" festzulegen. Auch dieser Teil des Albums wurde unsterblich - ein Cover, das wohl jeder kennt.  

Das Album belegt Rang 4 auf der Liste der LP-Bestseller (nach "Thriller" von Michael Jackson, "Rumours" von Fleedwood Mac und dem Soundtrack aus "Saturday Night Fever") und blieb über 15 Jahre in den US-Billboard-Charts - ein Weltrekord, aber der eigentliche Grund für die Geschichtsträchtigkeit dieses Albums liegt wahrscheinlich daran, dass es das erste war, dass ich mir von PF kaufte (35.000.000 andere taten das übrigens auch).

"the dark side of the moon"-cover

speak to me

breathe

on the run

time

breathe reprise

the great gig in the sky

money

us and them

any colour you like

brain damage

eclipse