David Gilmour
Soloalben: about face / david gilmour

David Jon Gilmour wurde am 6. März 1946 in Cambridge geboren. Er genoss bei seinen Eltern Silvia und Doug Gilmour (eine Lehrerin und ein Professor für Genetik) eine freizügige und unkonventionelle Erziehung. Einer von Gilmours Freunden aus dieser Zeit beschreibt dessen Eltern als "ziemlich cool und trendig".

Außer Syd Barrett (einem seiner Klassenkameraden) war Gilmour der Einzige, der sich schon seit seiner Kindheit und frühen Jugendjahren mit Musik und dem Musizieren beschäftigte. Eine seiner absoluten Heiligtümer war z.B. eine uralte Bill Haley - Aufnahme von "rock around the clock" (die aber durch ein Au-Pair-Mädchen der Gilmours noch platter gemacht wurde).
Gilmour, der mit 13 Jahren von einem Nachbarn seine erste (billige) Gitarre geschenkt bekam und sich mit einem Buch samt Noten des amerikanischen Folk-Sängers Pete Seeger das Spielen selbst beibrachte, und Barrett, die mittlerweile Freunde geworden waren, übten oft zusammen obwohl ihr musikalischer Geschmack in sehr verschiedene Richtungen ging. Barrett war ein großer Fan der Beatles und der Stones während Gilmour eher Harmonien in der Musik suchte (zum Beispiel in der der "Four seasons).

Gilmour und Barrett besuchten zusammen das "cambridge college of arts and technology" und auch dort wurde in den Mittagspausen (Syd lernte Kunst während Gilmour den sprachlichen Zweig besuchte) zusammen Musik gemacht. Die Lieder, die dann gespielt wurden, stammten größtenteils  von britischen Künstlern, weil zum Beispiel die Beatles den jungen Musikern auch eine bessere nationale Identität als die Beach Boys (die Gilmour sehr mochte) lieferten. Als dann auch noch die Stones den Durchbruch schafften, war es Gilmour (der inzwischen in einer Band namens "the newcomers" spielte), der Barrett beim Einstudieren von Richards Riffs und Licks. Gilmour war eindeutig der bessere Gitarrist, Barrett hatte aber schon damals eine gewisse Ader zum Texten. Dass die beiden nicht nur mit Echohall und Verzerrer, sondern auch mit (leichten) Drogen herum experimentierten versteht sich eigentlich von selbst. Beide machten auch zusammen Urlaub in Südfrankreich, wo sie per Anhalter herum streunten und als Straßenmusiker auftraten.

1963 trat David Gilmour der neuen Band des Ex-Mottoes-Drummers Clive Welham bei, den "ramblers". Eine der ersten Aktionen der Gruppe war es sich in jokers wild umzubenennen und als Verstärkung Tony Santi und John Altham (spielte Saxophon,Gitarre und Keyboard) einzubinden. Weil sich alle fünf Mitglieder als Sänger sahen, war ihr musikalisches Hauptthema der mehrstimmige Gesang - wobei Gilmour oft als Leadsänger fungierte obwohl er es auch sehr liebte, auf seiner kleinen Hofner Club 60-Gitarre Soli vor zu tragen. Welham, der Bandgründer, erinnert sich: "Dave musste immer seinen Willen durchsetzen, aber er machte es auf eine nette Art. Aber es lief alles auf demokratischer Basis ab. Es war eine der bestorganisierten Bands, mit denen ich je gearbeitet habe, selbst als ich älter wurde. Wenn es um die Musik ging, waren alle mit äußerster Ernsthaftigkeit bei der Sache. Jeder schien genau zu wissen, was er zu tun hatte." Welham erinnert sich weiter, dass schon damals David Gilmours größtes musikalisches Talent sein Gespür für Feeling und Timing war. "In neunundneunzig Prozent aller Fälle stimmten seine Nummern, und dafür liebte ich sein Gitarrenspiel. Ob es sich nun um kurze Riffs oder sonst was handelte - ob er eine rasante, schnelle Nummer oder etwas Langsames und Zurückhaltendes spielte - es war immer genau so, wie es sein musste. Er hatte diese Intuition."

Als Gilmours Eltern aus beruflichen Gründen 1964 in die USA auswanderten ("Roger hat seinen Vater im Krieg verloren - ich meinen in Greewich Village"), blieb der junge David vorerst alleine in einer kleinen Wohnung an der Mill Road in Cambridge. "Er war damals ziemlich arm dran", sagte Welham später "eine Jeans und eine gefütterte Jacke waren Davids einziger Besitz."
Dann beschloss Gilmour, zuerst mal für eine Weile durch Frankreich zu tingeln. "Die Weile" dauerte letztendlich drei Jahre, in denen er als Straßenmusiker auftrat und eine kurze Zeit als Fotomodell in Paris arbeitete. Später erinnert sich Gilmour daran, dass er mit einer Band bis spät in die Nacht auf Militärstützpunkten der USA gespielt hatte, oft erst gegen 4 Uhr früh ins Bett kam und 3 Stunden später wieder aufstehen musste um etwas Geld zu verdienen.

Nachdem die "jokers wild" in der Gegend um Cambridge bekannter wurden traten sie auch als Vorgruppe von z.B. den "animals" auf. Es dauerte nicht lange, und die Band bekam auch Auftritte in London. Bei einem dieser London-Gigs wurde auch Brian Epstein, der Manager der Beatles, auf Gilmour aufmerksam, allerdings lag sein Interesse eher an dem jungen, blonden Kerl als als dessen Musik .... 

Auch eine selbstproduzierte Platte wurde in London aufgenommen, es wurden etwa 100 Stück gepresst die man dann zuhause an Freunde verkaufte. Eine Seite des Albums enthielt 5 Titel, die andere blieb, wohl aus Geldmangel, einfach leer. Die Songs selbst zeugten aber nicht gerade von einer Stil-Entwicklung bei "jokers wild" - vielmehr waren allesamt Coverversionen altbekannter Hits(Chuck Berrys "beautiful delilah", Frankie Lymons "why do fools fall in love", "sherry" und "big girls dont cry" von den Four Seasons sowie das R&B-Stück "dont you ask me"). Trotzdem kam durch diese Platte ein Kontakt mit dem Produzenten Jonathan King zustande, der gute Verbindungen zu Decca Records hatte und in den "londoner regent sound studios" die Aufnahme der Coverversion Sam and Daves "you don´t know what i know" mit den "jokers wild" produzierte. Dummerweise erschien kurz vor Veröffentlichung das Original (von Sam and Dave) als Neuauflage - und die Chance für "jokers wild" war somit Geschichte.
Über zwanzig Jahre später war Gilmour bei einem Gespräch mit Welham davon überzeugt, dass es auch mit den "jokers wild" zu ähnlichen Erfolgen wie die von Pink Floyd gekommen wäre - "die Band hatte das Potential" so Gilmour "aber..." fügte er noch schnell hinzu "... es wäre eine ganz andere Band geworden."

Eher zufällig trifft David Gilmour auch seinen alten Freund Syd wieder und damit auch die restlichen Mitglieder von Pink Floyd. Kurz darauf machte Roger Waters macht ihm das Angebot anstelle des unzuverlässiger werdenden Syd Barrett als Gittarist bei Pink Floyd einzusteigen. Der Rest dürfte bekannt sein ...

David war vom 5. Juni 1975 bis zum 10. April 1990 mit Ginger verheiratet und hat zwei Kinder aus dieser Ehe. Seit dem 29. Juli 1994 lebt er mit Polly Samson zusammen.

Jede Menge (ausgefallenerer ) Infos über DG findet man auch hier: http://home.hccnet.nl/n.wywh/who_gilmourdavid.htm